Streichquartett II
Mit dem Zyklus op. 33, den Haydn wohl kaum nur aus Werbegründen als »auf eine gantz neue besondere Art« geschrieben bezeichnet hat, ist nicht nur ein Standard erreicht, an dem der Komponist später keine wesentlichen Veränderungen mehr vornehmen musste, sondern es hatte mit diesem Werk, jedenfalls gemäß den veröffentlichten Meinungen der Zeitgenossen, eine neue Epoche der Quartettkunst begonnen. Das h-moll-Quartett, zwar nicht als erstes der Serie komponiert, zeigt noch am ehesten Bezüge zu den älteren Quartetten, etwa in der Leidenschaftlichkeit, wie sie sich im ernsten Tonfall des Kopfsatzes äußert. Hier erinnert der raffinierte, tonal unbestimmte Beginn, der erst in mehreren Anläufen zur Haupttonart und zum Thema findet, an op. 20. Anstelle des Menuetts ist in den Quartetten op. 33 das Scherzo getreten. Im h-moll-Quartett nimmt Haydn das Scherzo-Thema unverkennbar im Andante wieder auf, bevor er das Werk mit einem nur bedingt heiteren Sonatensatz abschließt. Benjamins Brittens «Three Divertimenti» für Streichquartett entstanden zwischen 1933 und 1936. Der 22-jährige Britten konzipierte sie zunächst als Teil einer geplanten Suite von fünf kurzen Stücken mit dem Titel «Alla quartetto serioso: ‘Go play, boy, play’» (ein Zitat aus Shakespeares «Winter Tale»), wobei jedes Stück einen Studienkameraden Brittens porträtieren sollte. 1936 überarbeitete er drei der Stücke und fasste sie als «March», «Waltz» und «Burlesque» unter dem Titel «Three Divertimenti» zusammen.
Bild: Josep Molina Secall (auf unsplash.com)
Das Programm
(Achtung: geändertes Programm im Vergleich zur Druckfassung)
Joseph Haydn (1732-1809)
Streichquartett Nr. 37, h-Moll, Op. 33 Nr. 1
1. Allegro moderato, 2. Scherzo: Allegro di molto, 3. Andante, 4. Finale: Presto
Benjamin Britten (1913-1976)
Drei Divertimenti für Streichquartett (1936)
1. March, 2. Waltz, 3. Burlesque
Ludwig van Beethoven (1770-1827)
Streichquartett Nr. 14 cis-moll Op. 131
1. Adagio, ma non troppo e molto espressivo, 2. Allegro molto vivace, 3. Allegro moderato, 4. Andante, ma non troppo e molto cantabile, 5. Presto, 6. Adagio quasi un poco Andante, 7. Allegro
Das Viatores Quartett
Louisa Staples, 1. Violine
Johannes Brzoska, 2. Violine
Miguel Erlich, Viola
Umut Saglam, Violoncello
Das Viatores Quartet ist ein junges Streichquartett aus Berlin. Im Januar 2024 wurde es mit dem ersten Preis beim Mendelssohn-Bartholdy-Wettbewerb und dem Preis der Freunde Junge Musiker ausgezeichnet. Darauf folgend gewann das Quartett den zweiten Preis beim Wettbewerb der Irene-Steels-Wilsing-Stiftung, sowie zwei Sonderpreise beim renommierten Wigmore Hall-Streichquartett-Wettbewerb in London. Zuletzt erhielt das Quartett den DC Anderson Foundation Family Prize sowie den Career Development Prize beim Internationalen Streichquartett-Wettbewerb in Banff (BISQ). Im Jahr 2024 wurde das Quartett als SWR New Talent ausgewählt, einem dreijährigen Förderprogramm, das Auftritte bei verschiedenen Festivals und Aufnahmeprojekte umfasst. In den Saisons 2025 bis 2027 ist das Quartett außerdem Ensemble in Residence bei der Kammermusikorganisation ProQuartet – Centre Européen de Musique de Chambre in Paris.
Das Quartett ist zunehmend auf der Konzertbühne gefragt und trat bereits in Konzertsälen, wie der Berliner Philharmonie und dem Konzerthaus Berlin, sowie bei renommierten Kammermusikreihen und Festivals, wie den Sommerlichen Musiktagen Hitzacker, der Villa Musica Rheinland-Pfalz, der St. Lukes Music Society London und dem AIMA-Festival in der Türkei, auf. Das Quartett hat Anfang 2026 sein erstes CD-Album veröffentlicht, das auf allen gängigen Streaming-Plattformen angehört werden kann.
Das Viatores Quartet wurde Anfang 2023 an der Hanns-Eisler-Hochschule für Musik Berlin gegründet und studiert derzeit bei Professor Oliver Wille an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. Von 2023 bis 2025 studierte das Quartett zudem bei Professor Tabea Zimmermann an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt. Weitere künstlerische Impulse erhielten sie von namhaften Musikern wie Christian Tetzlaff, Nora Chastain und Areta Zhula vom Julliard String Quartet. Das Quartett trägt seinen Namen nach dem lateinischen Begriff "Viatores", der "Reisende" bedeutet. Wie der Name schon vermuten lässt, repräsentiert das Quartett stolz vier unterschiedliche Ursprünge und Kulturen, vereint durch ein gemeinsames Ziel.
Foto: Viatores Quartett
Information und Service
Eintritt
In Frankfurt, Schwalbach, Hanau und Friedrichsdorf ist der Eintritt frei.
In Bad Vilbel kostet der Eintritt 5 Euro; Schüler und Studenten 2,50 Euro. Der Erlös kommt der Musikschule Bad Vilbel zugute. Vorverkauf über telefonisch unter 06101/559 455 oder per E-Mail an tickets@bad-vilbel.de. Abendkasse ab 19:00 Uhr
Wichtiger Hinweis für die Kammermusikabende im Kundenzentrum der Frankfurter Sparkasse:
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Adressen der Veranstaltungsorte
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Großer Saal Marktplatz 1 – 2, Schwalbach
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