Kammermusikpreis der Polytechnischen Gesellschaft

Ansporn für junge Musiker

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Ausgezeichnete Leidenschaft

Seit 1998 vergibt die Polytechnische Gesellschaft jährlich den Kammermusikpreis. Er geht an Studierende der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, die sich in Ensembles mit unterschiedlichen Besetzungen zusammenfinden. Wichtig ist das Vorhaben einer langfristigen Zusammenarbeit als Ensemble. In Aussicht stehen für die jungen Musiker und Musikerinnen 10.000 Euro Preisgeld sowie Auftritte in der Konzertreihe des  Vereins zur Pflege der Kammermusik und zur Förderung junger Musiker e.V., eines Tochterinstituts der Polytechnischen Gesellschaft.

Die Qual der Wahl einer Jury

Preisträger des 24. Kammermusikwettbewerbs der Polytechnischen Gesellschaft e.V.: Das Trio Delyria mit David Strongin (Violine), Elisha Kravitz (Klavier) und Uriah Tutter (Violoncello). Foto: Daniela Mortara

Der 24. Kammermusikwettbewerb der Polytechnischen Gesellschaft bringt vier Preisträger hervor.

Die Polytechnische Gesellschaft vergibt seit 1998 jährlich einen Kammermusikpreis an junge Studenten und Studentinnen der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt (HfMDK). Junge Musiker, die ein auf Dauer angelegtes Kammermusikensemble gegründet haben, treten beim Wettbewerb um ein Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro an. Am 15.12.2021 fand der Wettbewerb zum 24. Mal statt.

Insgesamt nahmen elf Kammermusikformationen am Wettbewerb teil. Die Jury wurde von der Polytechnikerin Dr. Christa Ratjen geleitet. Der Wettbewerb fand in dem für die Musik nach wie vor sehr schwierigen Kontext der Pandemie statt. Umso erstaunlicher war die Qualität der Darbietungen. Juryleiterin Christa Ratjen lobte ausdrücklich das außerordentlich hohe künstlerische Niveau, das der Jury zugleich die Entscheidung über das Siegerensemble erschwerte. Schließlich wurden gleich vier Ensembles prämiert, mit einem Preisgeld von jeweils 2.500 Euro.

Das Astraios-Quintett, ebenfalls ein Preisträgerensemble des 24. Kammermusikwettbewerbs: Frederik Meffert (Oboe), Michael Hofmann (Horn), Marie-Luise Haas (Fagott), Nana Kusaka (Klarinette) und Nina Grund (Querflöte) (v.l.n.r.). Foto: Daniela Mortara
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23. Kammermusikwettbewerb

Zeichen setzen für die Relevanz der Musik

Der Wettbewerb um den 23. Kammermusikpreis 2020/21 der Polytechnischen Gesellschaft e.V. in der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main am 27. Februar 2021 hat gezeigt: Es muss alles getan werden, um junge Musikerinnen und Musiker in dieser Krise zu unterstützen. Die ausgezeichnete Qualität der Darbietungen unterstreicht einmal mehr den enormen kulturellen Wert der klassischen Kammermusik.

Am 27.2.2021 spielten 12 Ensembles mit insgesamt 34 Teilnehmern in internationaler Besetzung um den Kammermusikpreis 2020/21. Nach mehrfacher Verschiebung konnte der Wettbewerb nun unter strengen Regelungen zum Infektionsschutz nachgeholt werden. Leider musste der Wettbewerb anders als in den Jahren zuvor unter Ausschluss des Publikums stattfinden. Aber die Tatsache, dass er überhaupt durchgeführt und mehrere Ensembles mit Preisen gewürdigt werden konnten, ist ein hoffnungsvolles Zeichen in einer für die Musik schwierigen Zeit.

Die Jury hat gleich drei Preise vergeben:

Den 1. Preis in Höhe von 5000 Euro erspielte sich das „Malbec Klavierquartett“ mit Anna Stepanova (Klavier), Carolin Grün (Violine), Maria del Mar Mendivil (Viola) und Dominik Manz (Violoncello).  

Der 2. Preis wurde geteilt und in Höhe von jeweils 1000 Euro pro Person an das „Trio Delyria“ mit David Strongin (Violine), Uriah Tutter (Violoncello) und Elisha Kravitz (Klavier) sowie an das Duo Žukova-Aavik mit Karolina Žukova (Klavier) und Hans-Christian Aavik (Violine) vergeben.

Alle drei Ensembles werden derzeit an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in der Klasse von Prof. Angelika Merkle betreut.

Die Ensembles wurden von einer hochkarätig besetzten Jury bewertet. Jedes Ensemble (Duos, Trios, Quartette) hatte 20 Minuten Zeit, um ein selbst gewähltes Programm und eine persönliche Moderation dazu zu präsentieren.

Die Programme waren vielseitig und kreativ, die Qualität der Darbietungen exzellent. Die Jury tagte lange, um zu einem ausgewogenen Ergebnis zu kommen, denn die Schwierigkeit lag unter anderem darin, Beiträge aus der historischen Interpretationspraxis, verschiedene Duobesetzungen, Streichquartette, Klaviertrios und ein Klavierquartett angemessen miteinander zu vergleichen.

Insgesamt waren zwölf Ensembles angetreten. Das Konzept des Wettbewerbs sieht ausdrücklich vor, dass sich Ensembles aus allen Hochschulbereichen vorstellen können, denn die Idee der Kammermusik soll in der Breite gefördert werden.

Den Kammermusikpreis vergibt die Polytechnische Gesellschaft e.V. seit 1998 einmal im Jahr in Kooperation mit der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt.

Der 24. Wettbewerb um den Kammermusikpreis der Polytechnischen Gesellschaft wird voraussichtlich noch im Herbst dieses Jahres stattfinden.

Foto: Das Malbec Klavierquartett in einer Fotografie von Sihoo Kim

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22. Kammermusikwettbewerb

Am 3. Dezember 2019 fand in der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst der 22. Kammermusikwettbewerb der Polytechnischen Gesellschaft statt mit einer Rekordbeteiligung von 16 Kammermusikensembles mit insgesamt 45 Teilnehmern. Das hohe Gesamtniveau machte der Jury die Entscheidung schwer.

Den Hauptpreis in Höhe von 8000 Euro plus zwei Preisträgerkonzerten am 12. und 13. Mai 2020 in Frankfurt und Friedrichsdorf erspielte sich das Trio „Le Concert dans l‘oeuf“ aus der Abteilung Historische Interpretationspraxis. Das Trio mit Mariona Mateu Carles, Arthur Cambreling und Simon Wallinger beeindruckte mit einer sehr originellen Kombination aus alter und neuer Musik von Frescobaldi bis Stockhausen. Einfallsreich virtuose Interpretationen und eine in das musikalische Konzept eingearbeitete, charmante Moderation überzeugten die Jury.

Einen Förderpreis von 2000 Euro, ebenfalls verbunden mit einem Auftritt in der Konzertreihe der Polytechnischen Gesellschaft in der nächsten Saison, erspielte sich das Aavik Quartett mit Hans Christian Aavik, Mona Verhas, Josè Battista Junior und Clara Franz. Die Musiker aus der Klasse von Prof. Tim Vogler boten eine einprägsame Interpretation von Schulhoffs 1. Streichquartett sowie eine kluge Programmreihenfolge mit dem frühen Quartett KV 138 von Mozart am Ende ihrer Aufführung.

Foto: Trio "Le Concert dans l‘oeuf" (Mariona Mateu Carles, Arthur Cambreling und Simon Wallinger).